Chamäleons | Chamäleons: Bunte Drachen aus der Urzeit | Furcifer pardalis und Kinyongia
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Chamäleons gehören zu den ältesten noch lebenden Tierarten der Welt. Schon vor über 200 Millionen Jahren wandelten die ersten Vertreter dieser Art über die Erde beziehungsweise durchs Geäst prähistorischer Pflanzen. Im Laufe der Jahrmillionen haben sie sich an die vielfältigsten Lebensräume angepasst und sind heute mit über 200 verschiedenen Arten vertreten. So ist Brookesia minima (Zwergchamäleon) mit nur 2cm Größe die kleinste Reptilienart der Welt. Calumma parsonii (Parson’s Chameleon) hingegen kann bis zu 70cm groß werden.

Übrigens: die ältesten bisher gefundenen Fossilien von Chamäleons (Chamaeleo bavaricus) wurden in einem Steinbruch im niederbayerischen Sandelzhausen entdeckt und sind etwa 20 Millionen Jahre alt.

Unsere Pantherchamäleons hingegen dürften zu den buntesten Vertretern dieser Tierart zählen. Durch eine einzigartige Muskulatur in der Haut können verschiedene Pigmentschichten gegeneinander verschoben werden. Auf diese Weise wechseln die Tiere binnen Sekunden die Farben. Zum Beispiel um Weibchen zu imponieren oder Feinde und Rivalen abzuschrecken. Die Fähigkeit des Farbwechsels dient also primär der Kommunikation und nur sekundär der Tarnung.

Zeitlupen-Zungenschussvideo meines Pantherchamäleons. Die Zunge wird Muskelkontraktion und Micro-Faserspannung mit einer Beschleunigung herausgeschossen, die dem 150-fachen eines Autos entspricht!

Beeindruckend auch die Sehkraft ihrer Augen. Die Fähigkeit, im ultraviolettes Licht wahrzunehmen, ermöglicht ihnen Muster und Farben zu erkennen, die uns verborgen bleiben.

Ähnlich wie frei schwenkbare Teleobjektive können sie mit bis zu 12 Dioptrien ihr Opfer fixieren und anhand der Linsenkrümmung die Entfernung selbst mit nur einem Auge so genau einschätzen, dass die Zunge das Insekt nur selten verfehlt.

Dabei beschleunigt die Zunge mit über 500m/sec² ! - Zum Vergleich: ein Spaceshuttle beschleunigt mit weniger als 100m/sec², ein Auto mit 30-40m/sec.

Im Terrarium oder Garten fällt besonders auf, dass die Tiere stundenlang in scheinbar unbequemen Stellungen ausharren können, ohne sich zu bewegen. Man hat das Gefühl, sie müssten sich längst mal strecken oder „auslockern“. Müssen sie aber nicht: Selbst bei starken Winden bleiben die Tiere unbeeindruckt an den Ast geklammert sitzen. Möglich machen dies die Slow-Twitch Muskelfasern, die im Gegensatz zu den meisten anderen Tieren bei den Chamäleons gegenüber den Fast-Twitch Muskelfasern überwiegen. Slo-Twitch Muskelfasern ermüden nur sehr langsam, dafür ermöglichen sie keine schnellen Bewegungen.

Umso überraschender dann, wenn das Tier ungeahnte Geschwindigkeiten erreicht, wenn es plötzlich zielstrebig loshastet, sobald es etwas interessantes entdeckt hat.

 

Für weitere Infos über die Biologie dieser Tiere besuchen Sie die gesammelten „Links“.